Wir begleiten, pflegen und betreuen gesunde und kranke Menschen, die in ihrem angestammten Zuhause und sozialen Umfeld nicht mehr getragen werden, nicht mehr sicher sind und Gefahr laufen zu vereinsamen oder gar zu verwahrlosen.
In unserer Heimgemeinschaft sind Menschen mit den unterschiedlichsten Beeinträchtungen willkommen, die Hilfe bei der Körperpflege, medizinische Pflege und soziale Begleitung und Betreuung benötigen:
• altersbedingte Behinderungen und Krankheiten
• Körperbehinderungen (Arthrosen, cerebrale und andere Lähmungen, Tumorkrankheiten)
• Muskel-, Stoffwechsel- und Nervenkrankheiten (Multiple Sklerose, Epilepsie, Parkinson etc.)
• geistige Behinderung
• Schwerhörigkeit, Seh- und Sprachbehinderung
• psychische Leiden
Ein für uns wichtiges Kriterium: es sollte davon ausgegangen werden können, dass die soziale Integration in eine übersichtliche, gemischte und ganzheitlich ausgerichtete Gemeinschaft eine Verbesserung ihrer Situation verspricht.
In einer möglichst effizienten Zusammenarbeit zwischen Pflegepersonal, Heimleitung, zuständigem Arzt und Angehörigen unter Berücksichtigung der jeweiligen Situation des/der Bewohner/in und unter Einbezug der medizinischen, psychischen, sozialen und weiterer funktionalen Befunde und Quellen soll eine optimale individuelle Planung von Pflege und Betreuung und der dafür notwendigen Massnahmen erfolgen. Dabei ist stets der Würde, der Wahrung der Privat- und Intimsphäre Rechnung zu tragen und ein möglichst hohes Mass an Unabhängigkeit und Selbstbestimmung sicherzustellen, auch wenn der/die Bewohner/in nicht mehr urteilsfähig ist oder unter einer psychischen Störung leidet.
Wir möchten ein Ort sein und Lebensraum gestalten für pflege- und hilfsbedürftige Erwachsene und ihre Betreuerinnen und Betreuer, wo Freiheit und Authentizität erlebt werden kann, wo Heilung möglich, Leiden verringert wird und Lebenslust entstehen kann.
Dies erfordert eine kontinuierliche engagierte Aufmerksamkeit und Anteilnahme durch das betreuende Umfeld. Dafür steht jedem/jeder Bewohner/in eine Bezugsperson zur Verfügung, von der er jederzeit klare und verlässliche Informationen und Anweisungen bekommen kann. Diese Bezugsperson soll in einem jederzeit erreichbaren, lückenlos funktionierenden Kommunikationsnetz verankert sein, über welche ihr alle erforderlichen Ressourcen zugänglich sind.
Die Kontinuität in Pflege, Betreuung und Begleitung wird in unserer Heimgemeinschaft aber auch dadurch gewährleistet, dass die Heimleiterfamilie im Haus lebt und wohnt und so für eine permanente Anwesenheit eines/einer Vertreter/in des Leitungsgremiums sorgen kann. Der sogenannte rote Faden wird damit nie unterbrochen, auch wenn personelle Wechsel im jeweiligen Tagesteam stattfinden.
Alle Kontakte und Informationen unterliegen den Regeln der Vertraulichkeit und des Berufsgeheimnisses und bei urteilsfähigen BewohnerInnen natürlich auch der Zusage ihres Einverständnisses.
Unsere Pflege- und Betreuungs-Philosophie ist einem hohen Wert verpflichtet, der Ganzheitlichkeit.
Diese beruht natürlich zuerst auf guten, wenn immer möglich optimalen Kenntnissen und Informationen über die jeweilige Diagnose, Behinderung und Biografie der BewohnerInnen und der erforderlichen pflegerischen und betreuerischen Methoden, Techniken und Massnahmen. Damit wir als Institution über die entsprechenden Kompetenzen verfügen und eine adäquate Behandlung und Betreuung sicherstellen können, brauchen wir gut ausgebildetes qualifiziertes Personal und müssen wir stets für eine angemessene, bewohnerorientierte Weiterbildung sorgen.
Wir möchten immer wieder neue und verschiedene Möglichkeiten schaffen, damit der leidende Mensch in angemessener Weise körperlich, seelisch und geistig aktiv sein kann.
Die Aktivierung wird aber auch durch gesunde Ernährung (mit biologisch produzierten und schonend zubereiteten Nahrungsmitteln) und der Anwendung von Heilmitteln und Heilungsverfahren gefördert, die alle Aspekte des Menschseins berücksichtigen.
Echte Aktivierung ist stets getragen von Beziehungen. Dank der übersichtlichen Grösse unseres Heimes steht uns hier ein oft unterschätztes Instrumentarium zur Verfügung, über welches durch kontinuierliche Beobachtung und behutsame Anleitung und Unterstützung sehr wirkungsvoll zur Verbesserung der Lebensqualität auf jeder Stufe der Pflege- und Betreuungsbedürftigkeit beigetragen werden kann.
Der zu betreuende und zu pflegende Mensch soll stets in seinem ganzen Wesen ernstgenommen werden: als Mensch mit Geist, Seele und Körper und als freie, unsterbliche Individualität.
Eine solche Haltung ist vor allem auch dann erforderlich, wenn der Mensch durch Krankheit nur noch ein herabgedämpftes Bewusstsein besitzt, und wenn die Pflege grosse Schwierigkeiten bereitet. In solchen Situationen ist es wichtig, dass diesen Menschen echte Lebenshilfen erbracht werden. Dies kann vor allem auch durch Verbreitung seelischer Wärme geschehen.
In einer derart bereitwilligen Umgebung können leidende Menschen eine "lichtvolle Zeit" erleben. In solcher Stimmung die auch eine Stimmung der Positivität, einer positiven Lebenseinstellung, sein muss können sich Menschen in innerem Frieden auf die letzten irdischen sowie weitere Schritte nach dem Tod vorbereiten.
Ganzheitlich leben heisst auch bewusstes Zusammenleben mit der Umwelt und der Natur als Ganzem - mit dem Jahres- und dem Tageslauf - sowie bewusstes Erleben des Lebenslaufes und der menschlichen Biografie.
Die Entwicklung einer ganzheitlichen Pflege geht Hand in Hand
- mit der Emanzipation von Patienten und Personal,
- mit der ständigen Bemühung um Erweiterung der Erkenntnis
- mit der Umwandlung der Erkenntnisse in präventive und prophylaktische Kräfte
- und somit mit dem Aufbau einer umfassenden Gesundheitsvorsorge und Gesundheitsversorgung.
Unsere Arbeit verlangt von uns, dass wir stets versuchen, uns in die Lage unserer "Schützlinge" einzufühlen, aber auch unterscheiden und abwägen lernen zwischen dem, was er/sie verlangt und erwartet, und dem, was wir selber möchten und glauben es sei gut für ihn/sie, aber auch dem, was der Betrieb als Zelle im grösseren Organismus unserer Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt erfordert.
Nur Personal, das grundsätzlich neugierig auf Menschen ist, ist motiviertes Personal. Die Qualität des Personals ist wesentlich von der Fähigkeit bestimmt, konzentriert zuhören zu können (und zwar nicht nur mit dem Gehörsinn).
Die Heimleitung unterstützt ein Klima der bedingungslosen Akzeptanz und der toleranten Freundlichkeit, in welchem die Bereitschaft zur Veränderung wachsen kann. Durch gegenseitiges Kennenlernen können unzutreffende Projektionen und Übertragungen abgebaut und eine Athmosphäre der Lebensfreude, der Annahme und der Solidarität entwickelt werden.
In allen Belangen, die in diesem Konzept nicht erwähnt sind, halten wir uns im übrigen an die medizinisch-ethischen Richtlinien und Empfehlungen des Schweizerischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften SAMW über die Behandlung und Betreuung von älteren, pflegebedürftigen Menschen (vorliegende Version vom 18.5.2004)